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Stellungnahme zu den aktuellen Waldbränden im Kreisgebiet

Die Linke im HSK nimmt in dieser Pressemitteilung Stellung zu den Waldbränden, die aktuell unter anderem in Marsberg-Helminghausen und Sundern-Stemel wüten.

 

Stand 14.08.2026, 12 Uhr

Zahlreiche Waldbrände im HSK – Starke Hilfe braucht starke Konzepte
Die Linke HSK fordert besseren Schutz für Wälder und Ehrenamt

Die schweren Waldbrände der vergangenen Tage in Sundern-Stemel, Marsberg-Helminghausen und Olsberg-Bigge haben der Bevölkerung im Hochsauerlandkreis die harte Realität der sommerlichen Trockenphasen vor Augen geführt. In diesen anstrengenden Tagen leisten die Einsatzkräfte unserer Freiwilligen Feuerwehren, des DRK, des THW, der Polizei und der Forstbetriebe unter extremen Bedingungen im unwegsamen Gelände Herausragendes.

Die Linke im HSK spricht allen beteiligten Kräften – insbesondere den hunderten Ehrenamtlichen im Dauereinsatz – ihren aufrichtigen Dank und höchsten Respekt aus. Ob der Löschzug Sundern gemeinsam mit den Löschgruppen Stemel und Hachen an der Sorpe, die Einheiten aus Helminghausen, Bredelar und Giershagen an der Diemel oder der Löschzug Olsberg mit den freiwilligen Feuerwehren der Dörfer in Bigge: Dieser unermüdliche Einsatz vor Ort ist unverzichtbar für das sichere Leben unser aller im Sauerland.

Damit diese immense Last im Zuge des Klimawandels nicht dauerhaft allein auf den Schultern der Ehrenamtlichen ruht, müssen wir den Blick nach vorne richten. Situationen wie diese werden uns in der Zukunft immer wieder begegnen. Auf dem Papier hat das Land NRW und der Hochsauerlandkreis bereits solide Pläne – wie das „Konzept Waldbrandprophylaxe NRW“ oder die einsatztaktischen Vorgaben des Kreisfeuerwehrverbandes. Die jüngsten Ereignisse zeigen jedoch, dass zwischen Theorie und Praxis im HSK noch gefährliche Lücken bestehen. Die Linke fordert den HSK auf, diese Konzepte nun konsequent und mit den nötigen Finanzmitteln umzusetzen.

Um das zu realisieren, schlagen wir folgende Maßnahmen vor: 

1. Löschwasserversorgung in Risikogebieten ausbauen

Das “Konzept Waldbrandprophylaxe NRW” sieht eine zuverlässige und funktionierende Infrastruktur vor. Blickt man auf die Situation in Helminghausen fällt jedoch schnell auf, dass das Trinkwassernetz sehr schnell an seine Grenzen stieß, als große Mengen an Löschwasser benötigt wurden. Das ist so nicht hinnehmbar. Die Linke fordert hierzu, dass im gesamten Kreisgebiet Entnahmestellen für Löschwasser eingerichtet werden müssen. Dies ließe sich beispielsweise über Löschwasser-Zisternen, die insbesondere tief in Risikowäldern installiert werden sollten, realisieren. Selbstverständlich müssen diese Zisternen fortlaufend mit Wasser versorgt werden. Dabei sollten die zahlreichen umliegenden Seen (Diemelsee, Sorpesee, Hennesee, Möhnesee…) berücksichtigt werden.

2. Den überörtlichen Technik-Bestand  des Kreises stärken

Das Logistikkonzept des HSK mit Spezialsystemen wie dem Wasserförderzug hat sich beispielsweise in Olsberg bewährt. Da Brände jedoch immer öfter parallel auftreten (wie es aktuell auch der Fall ist) stößt das Material bei großen Krisensituationen an Grenzen. Der HSK muss als untere Katastrophenschutzbehörde mehr eigenes Geld in die Hand nehmen. Wir fordern eine Aufstockung des Budgets für die Anschaffung von zusätzlichem, kreisweit stationierten Spezialgerätschaften – darunter extrem geländegängige Tanklöschfahrzeuge und hochmoderne Drohnensysteme (wie sie die Löschgruppe Bestwig bereits erfolgreich einsetzt) zur standardisierten Suche von Glutnestern aus der Luft. Dass die ehrenamtlichen Kräfte in Olsberg noch bis zum nächsten Tag nach Glutnestern suchen musste, zeigt, wie zeitintensiv und personalbindend Einsatzlagen ohne Spezialfahrzeuge werden können.

3. Verbindliche Umsetzung der Waldbrandschutzstreifen

Die Taktik der Feuerwehr basiert darauf, das Feuer an sicheren Linien aufzuhalten. Doch trockenes Totholz und verbliebene Monokulturen wirken oft wie Brandbeschleuniger. Die Linke fordert den Kreis auf, die im Landeskonzept vorgesehenen Waldbrandschutzstreifen (Riegel aus schwer entflammbaren Laubgehölzen) im HSK flächendeckend einzufordern. Die Gewährung von Wiederaufforstungshilfen an private Waldbesitzer muss strikt an die nachweisbare Umsetzung dieser Brandschutzauflagen gekoppelt werden. Wer diese Brandschutzstreifen nicht errichtet, kann nicht erwarten, weiterhin Unterstützung zu erhalten. Mit Eigentum geht auch Verantwortung einher. 

4. Wirtschaftliche Absicherung für Ehrenamt und Mittelstand

Die tagelangen Einsätze fordern von den ehrenamtlichen Kräften und deren Arbeitgebern enorme Zugeständnisse. Um den Rückhalt für die Freiwilligen Feuerwehren im heimischen Mittelstand dauerhaft zu sichern, schlägt Die Linke eine Art Runden Tisch zwischen dem Kreis, den HSK-Kommunen, Vertreter*innen des Kreisfeuerwehrverbands und der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer an. Ziel muss ein unbürokratisches Ausgleichssystem sein, damit kleinere Betriebe in unserer Region keine wirtschaftlichen Nachteile erleiden, wenn sie ihre Mitarbeiter für den Katastrophenschutz freistellen und ihnen die benötigten Freiräume sowie den unverzichtbaren Rückhalt gewährleisten.

 

5. Intensive Nachbesprechung der aktuellen Einsatzlagen mit Vertreter*innen aller beteiligten Kommunen und Einsatzkräfte 

Sobald all die Herausforderungen und die komplexen Einsatzlagen abgeschlossen sind, sollte der Kreis die Bürgermeister*innen der beteiligten Kommunen und Vertreter*innen aller beteiligten Einsatzkräfte versammeln und intensiv reflektieren, wo und welche Herausforderungen bestanden und wie man diese künftig vermeiden oder mindern kann. Auch die zahlreichen Landwirt*innen und Förster*innen sollten in diesen Prozess mit eingebunden werden. Anschließend sollte der Bevölkerung über die Ergebnisse und insbesondere Pläne zur bestmöglichen Prävention weiterer Ausnahmezustände dieser Art berichtet werden. 



“Ehrenamtliche Kräfte sind in Flächenkreisen wie dem HSK unerlässlich. Sie kennen die Orte, sind schnell vor Ort und in der Gemeinschaft verankert. Sie verdienen einen zuverlässigen Rückhalt durch die Kreisverwaltung und die Politik, der sie würdigt.”, 

so Luke Matthias, Kreisvorsitzender der Linken im Hochsauerlandkreis.

 

 “Wir als Linke stehen klar für eine ökologische Kommunalpolitik, gerade im ländlichen Raum.”, so Matthias weiter. 


Abschließend wollen wir betonen, dass wir die komplexe Lage nicht für politische Zwecke missbrauchen möchten. Wir sehen uns jedoch als Partei, die an der politischen Willensbildung und der Kommunalpolitik mitwirkt, dazu verpflichtet, aufzuzeigen, wie wir mit dieser Situation umgehen würden und welche Lösungsvorschläge wir haben. Daher war es uns auch ein zentrales Anliegen, nicht einfach leere Phrasen zu publizieren, sondern mit  konkreten Ideen, die der Lage gerecht werden, öffentlich zu werden. Uns geht es dabei einzig und alleine um die Sache und um die Zukunft. Nicht um politischen Profit oder Schuldzuweisungen.

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